Löffelstöre Neu bei Aqualogistik 

Löffelstör Polodon spathula

 

Der Löffelstör ist die einzige Art der monotypischen Gattung Polyodon und
ausschließlich im Mississippi Fluss in den USA beheimatet. Löffelstöre sind sehr
ungewöhnliche und urzeitliche Fische. Die Gattung Polyodon ist seit der Oberkreide
bekannt und wurde lange Zeit nur fossil beschrieben bis 1932 am Ufer des
Mississippi Larven der Art entdeckt wurden. P. spathula wird bis etwa 2 mtr. lang,
80 kg schwer und kann ein Alter von etwa 50 Jahren erreichen. Der Fisch besitzt
einen langen löffelartigen Vorsatz. Diesem mächtigen Stirnfortsatz, der "Nase"
verdankt Polyodon spathula seinen Namen. Die Art hat ein großes Maul zum
Planktonfang. Die Tiere ziehen gemächlich durch das Wasser und seihen
Planktonorganismen über vergrößerte die Kiemenbögen aus dem Wasserkreislauf.
Dabei wird tierisches Plankton bevorzugt, es wird aber auch pflanzliches Plankton
als Nahrung aufgenommen und verwertet. Männliche Löffelstöre erreichen mit
5 – 9 Jahren die Geschlechtsreife, weibliche Tiere mit 8 – 12 Jahren. Die Männchen
bekommen zur Laichzeit einen Laichausschlag auf der oberen Kopfseite und der
langen Schnauze. Larven des Löffelstörs besitzen kleine Zähne, die erwachsene
Exemplare nicht mehr haben.

 

In der Natur war der Löffelstör früher im Stromgebiet des Mississippi weit
verbreitet. Durch Wasserverunreinigungen, Staudämme und die Raubfischerei ist
die Art fast ausgestorben. Das Fleisch und der Rogen (Kaviar) dieser Art sind sehr
delikat. Heute wird die Art in der Aquakultur kommerziell gezüchtet. Es ist aber
immer noch etwas Besonderes, Nachzuchten der Art im Handel anzutreffen.

 

Löffelstöre sind Nahrungsspezialisten, deren Haltung in einem Zierteich nicht
 unproblematisch ist. Die jungen Löffelstöre fressen zu Beginn nur lebendes
Plankton. Der Nahrungsbedarf ist hoch und eine Fütterung sollte mehrfach pro Tag
erfolgen. In den Zuchtbetrieben werden die Jungstöre nach erfolgreicher Erbrütung
und Anfütterung auf Trockenfutter umgewöhnt. Die dann auf Pelletfutter gewöhnten
Löffelstöre sind für die Haltung in Zierteichen geeignet. Schnell lernen junge
Löffelstöre herabgesunkenes Futter mit der langen Nase aufzuwirbeln und dann zu
fressen. Von der Wasseroberfläche saugen daran gewöhnte Löffelstöre die Pellets
seitlich durch eine schräge Schwimmweise ein. Aufgrund der langsamen
Futteraufnahme müssen Löffelstöre mehrfach über den Tag verteilt gefüttert werden.
Wir empfehlen die Verwendung eines Futterautomaten bei 4 – 5 Fütterungen pro
Tag. Auch im Winter nehmen Löffelstöre Nahrung auf und müssen dann zwar
sparsam aber regelmäßig mit entsprechendem Sinkfutter versorgt werden. Unsere
Wassertemperatur verträgt die Art problemlos.

 

Im Teich oder einem Hälterungsbecken verlangt P. spathula eine ruhige Umgebung
mit guter Wasserqualität und ausreichendem Schwimmraum. Abgerundete Ecken
vermeiden, da sich die Fische Ihre "Nase" verletzen könnten. Man achte auf eine
ausreichende Versorgung mit Pelletfutter (Mix aus Wheat-Germ Schwimmfutter u
nd Stör Sinkfutter). Dabei sollten nicht zu viele Koi und andere agile Fische mit den
Löffelstören vergesellschaftet werden. Denn alle Störarten sind langsame Fresser
und leiden erheblich unter Futterkonkurrenz durch schnelle Fresser. Besser eignen
sich andere Störarten als Mitbewohner. Alle Störarten reagieren empfindlich auf
viele in der Fischhaltung eingesetzten Medikamente! Unter Beachtung dieser
Aspekte ist der Löffelstör ein faszinierender und urtümlicher Pflegling für große
und ruhige Teiche.


Achtung zum Schutz vor Faunenverfälschung dürfen die Tiere nicht in die
freie Wildbahn ausgesetzt werden!

 

Autor: Daniel Heerz



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